Minimalinvasive Schmerztherapie der Wirbelsäule

Die Infiltrationstherapie an der Wirbelsäule unter Bildwandlerkontrolle (mobiles Röntgengerät) ist sowohl für die Diagnostik als auch die Therapie von therapieresistenten Rückenschmerzen als Ergänzung zur konservativen Therapie sehr hilfreich. Dabei werden unter Kontrolle des Durchleuchtungsgerätes feine Infiltrationsnadeln fast schmerzfrei und zielgenau an die Wirbelsäule vorgeschoben und ein entzündungshemmendes Medikament an den Ort der Schmerzentstehung verabreicht. Diese Infiltrationen können wochenweise wiederholt werden, sind mit geringem Risiko behaftet und haben ein hohes therapeutisches Besserungspotential bei allen chronischen Kreuzschmerzen. Derzeit wird diese Methode in Kooperation mit der Orthopädischen Klinik München-Harlaching durchgeführt.

Facetteninfiltration der Hals- und Lendenwirbelsäule:

Degenerative (verschleißbedingte) Veränderungen der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenksarthrose, Instabilität und Ergussbildung im Wirbelgelenk) führen zu heftigen lokalen Rückenschmerzen mit Bewegungseinschränkung und möglichen Schmerzausstrahlungen in Oberarme oder Oberschenkel. Bei der Facetteninfiltration wird unter Bildwandlerkontrolle der Gelenkspalt des kleinen Wirbelgelenkes mit einer dünnen Nadel aufgesucht und ein schmerz- und entzündungshemmendes Medikamentengemisch eingespritzt. Durch die Reduzierung des Entzündungsreizes an der Gelenkkapsel kommt es zu einer deutlichen Beschwerdelinderung, oft zur Schmerzfreiheit.

Thermokoagulation der Wirbelgelenke/ Facettengelenksdenervierung:

Sollte eine bereits vorher durchgeführte Facettenfiltration eine gute, jedoch nur kurzfristige Beschwerdebesserung erbracht haben, kann unter Bildwandlerkontrolle erneut eine unter Lokalbetäubung schmerzfrei vorgeschobene Thermosonde in wenigen Sekunden den schmerzauslösenden Nerv der Gelenkkapsel dauerhaft veröden. Diese Behandlungsmethode ist ambulant durchzuführen und führt bei chronischen Kreuzschmerzen ohne wesentliche Nebenwirkungen und Beeinträchtigungen zu stabilen Behandlungserfolgen.

Periradikuläre Therapie (PRT)/ Wuzelblockade:

Bei einer Schmerzausstrahlung in die Arme oder Beine, verursacht durch einen Bandscheibenvorfall oder -vorwölbung, kann die Infiltrationsnadel wie oben beschrieben direkt in unmittelbarer Nähe der Nervenwurzel am Nervenaustrittskanal platziert werden. Durch die Medikamentengabe kann die gereizte Nervenwurzel abschwellen und sich beruhigen.

Lumbale epidurale Injektion (LESI)/ Caudale epidurale Injektion (CESI):

Bei der epiduralen Therapie kann das Medikamentengemisch über eine Nadel schmerzfrei entweder über eine kleine anatomisch bereits vorbestehende Öffnung am Steißbein oder noch differenzierter über das sogenannte „interlaminäre Fenster“ in Höhe des Bandscheibenvorfalles oder der Engstelle in den Wirbelkanal eingebracht werden. Dadurch lassen sich Reizzustände der bedrängten Nervenwurzeln sehr gut therapieren und Operationen vermeiden.