Chirotherapie / Manuelle Medizin

Die Chirotherapie löst mit speziellen sanften Handgriffen Blockaden und Funktionsstörungen an Gelenken oder an der Wirbelsäule. Diese Blockaden führen sehr häufig zu Schmerzen mit Bewegungseinschränkungen sowie zu vielfältigen Beschwerden, die oft nicht sofort mit Erkrankungen der Wirbelsäule in Verbindung gebracht werden. Ursache ist eine Störung in der Steuerung des Gelenkspiels durch einen fehlgeschalteten Reflexbogens auf Rückenmarksebene. Diese manuellen Behandlungen erfordern ein ausgeprägtes, feines Tastgefühl des chirotherapeutisch tätigen Arztes, um mit seinen Händen diese Fehlfunktionen zu erspüren und zu beseitigen. Der Einsatz medizinischer Apparate ist dabei nicht erforderlich. Die Kombination klassischer Behandlungsinhalte der Orthopädie mit chirotherapeutischen Behandlungstechniken verspricht dabei den größten therapeutischen Erfolg.

Diese manualtherapeutischen Therapien haben ihre Wurzeln in einfachen Behandlungsmethoden von Naturvölkern. Auf Höhlenmalereien aus Mesopotamien sind Techniken abgebildet, die durchaus manuellen Behandlungen der heutigen Zeit gleichen. Bereits der griechische Arzt Hippokrates hat ähnliche Therapien beschrieben, hier wurde erstmals der Begriff des "Knochensetzens" verwendet. Im Mittelalter lag diese Therapie ausschließlich in der Hand von Laienbehandlern, Badern und Marktschreiern. Erst der amerikanische Arzt Palmer systematisierte und beschrieb am Ende des 19. Jahrhundert die verschiedenen Grifftechniken und gründete die erste Chiropraktorenschule in Amerika. In Süddeutschland geht die Weiterentwicklung und offizielle Anerkennung der Chirotherapie auf den Arzt Dr. Karl Sell zurück, der in den 50iger Jahren ein Ärzteseminar für Manuelle Medizin in Isny gründete. Nach intensiven wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit dieser Technik und Dokumentation der therapeutischen Erfolge, wurde die „Chirotherapie“ in den Weiterbildungskatalog zur Facharztausbildung aufgenommen und die Bezeichnung „Chirotherapie/ Manuelle Medizin“ geschaffen. Erst nach langjähriger Weiterbildung mit Prüfung durch die Landesärztekammer, darf der Arzt die Zusatzbezeichnung „Chirotherapie“ führen und Behandlungen vornehmen. Davon abzugrenzen ist die „Chiropraktik“ die von Krankengymnasten und Heilpraktikern durchgeführt wird und keine staatlich lizensierte Ausbildung erfordert. Die Behandlung der Halswirbelsäule mit Impulstechniken ist dabei verboten.